The Big Deal

Kommunikation ist alles.

Die Starts und Landungen der MFis sind zur Routine geworden, der „Big Deal“ verläuft weitgehend planmäßig und im Großen und Ganzen zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

Aber natürlich, wie sollte es anders sein, befinden wir uns ja in „unserem“ Sonnensystem, läuft nichts ohne Reibung. Manchmal sind es Kleinigkeiten, ein Komet fliegt etwas zu nah an einem Planeten vorbei, es hagelt mondgroße „Sternschnuppen“, oder ein bis dahin treuer Begleiter, ein Stern kündigt seine Mitgliedschaft im System und wandert in eine benachbarte Galaxie aus. Wäre ja eigentlich nicht der Rede wert, aber nun müssen alle anderen zu allgemeinem Verdruss neue Plätze einnehmen. Langes Geschiebe, großes Gedrängel, bis sich alles wieder im Gleichgewicht befindet. Diese Phase kann dann auch schon mal Milliarden von Lichtjahren in Anspruch nehmen, aber danach dann allgemeines Aufatmen aller Beteiligten, schließlich ist nichts unangenehmer, als wenn die Sonne „plötzlich“ im Süden aufgeht, lieben wir doch alle verlässliche Gewohnheiten! Es herrscht wieder Ruhe im System, wunderbar!

Zurück zum „Big Deal“.

Ein solch gigantisches Vorhaben geht natürlich nicht ohne Ordnungsinstanzen, Dinge müssen geregelt und abgesprochen werden, Pläne erstellt und auf deren Einhaltung hin kontrolliert werden. Eine Ordnung wird aufrechterhalten, befolgt, überwacht, wenn notwendig korrigiert, vielleicht ist es das, was unser System zusammen hält. Die dafür Sorge tragende große Instanz über allen Systemen und Galaxien sind vielleicht die „schwarzen Löcher“, die vergleichbar unseren Staubsaugern, alles was aus dieser Ordnung herausfällt, wie der schwarze Flusen auf dem weißen Teppich, nur zu gern wegsaugt, es entfernen will, weil Es es muss!

Sei es drum.

Eine Einrichtung, die für die Abwicklung, Organisation und Koordination des „Big Deals“ zuständig ist, befindet sich auf der Erde, eine Zweigniederlassung auf dem Mond. Eine wirklich große Organisation mit vielfältigsten Aufgaben, sowie vielen weiteren untergeordneten Abteilungen.

Eine dieser Abteilungen hat den Zuständigkeitsbereich: Funksprüche

Funksprüche zwischen MFis, der Bodenstation auf der Erde, der Station auf dem Mond und natürlich jeweils untereinander. Es gilt die Funksprüche aufzuzeichnen, sie zu bearbeiten, sie wenn notwendig inhaltlich weiterzuleiten und manchmal ist einfach nur ein Reparaturauftrag zu erteilen, irgendein Schaden wurde über Funk gemeldet. Hier und da müssen nach Erhalt eines Funkspruchs politische Überlegungen folgen, dann muss spontan vermittelnd eingegriffen werden. Wie auch immer, in dieser Abteilung war und wird es nie langweilig.

Wir wollen natürlich nicht jeden aufgezeichneten Funkspruch betrachten, nur die von besonderer Bedeutung, würde ja unsere Lebenszeit nicht dafür ausreichen, denn Raum, Zeit und viele andere Dimensionen verschieben sich ja zunehmend über die Durchführung des „Big Deals“.

Zur Raumzeit 2780 vor Pluto und 4690 nach Sirius wurde folgender Funkspruch von MFi alpha 6699 aufgezeichnet. Dies ist der erste Teil.

Besatzung: Die Piloten Julian und Clementine, sowie 3 Techniker Ameisen

Ladung: Diverse Viren aus dem Hamburger Stadtgebiet, äußeres Merkmal der Viren: Sie tragen alle eine typische Hanseatenmütze, die niemals, ich betone, niemals! abgenommen wird.

Eine noch wichtige zusätzliche Information: Jede der sich im MFi befindenden Gruppen, sei sie auch noch so klein, hatte einen Sprecher zu benennen. Dieser sollte jeweils stellvertretend für alle Belange der jeweiligen Gruppe, über den Zeitraum der gemeinsamen Reise, deren Interessen nach außen vertreten, bzw. kundtun.

Es meldete sich Julian unter Angabe seiner Dienstnummer und er würde jetzt das Mikrofon an Elfi, der Sprecherin seine Reisegäste weiterreichen, bzw. es in den „Raum“ geben. Kaum hatte er das Mikrofon in den „Raum“ gegeben, war ein unglaublich aufgeregtes Stimmengewirr zu hören. Es brauchte einige Zeit bis sich Elfi einigermaßen verständlich und deutlich zu Wort meldete:

„Sie wären beinahe außer sich, ihnen wäre Ungeheuerliches widerfahren. Sie wollten sich hier und jetzt offiziell und in aller Form beschweren!“ Elfi berichtete weiter: „Anfangs hätten sie den Flug durchaus genossen, sie alle hätten am oberen Bullauge des MFi Platz genommen, hätten sich die Zeit spielend mit „Schiffe versenken“ vertrieben. Die Sicht auf den Mond wäre ebenfalls hervorragend gewesen, schließlich war bei Start fast Vollmond. Im Verlauf des Fluges wären sie dem Mond auch deutlich näher kommen, erst wäre er oben rechts sichtbar gewesen, dann größer werdend quasi mittig, und dann…“, Elfi wurde immer aufgeregter und ihre Stimme überschlug sich förmlich, „dann wäre der Mond, nachdem sie ihn fast auf Augenhöhe hatten, wieder zunehmend kleiner geworden und links unten verschwunden. Zuerst hätten sie angenommen, dass die Piloten eine „Platzrunde“ fliegen müssten, der starke Flugverkehr zum Mond dies möglicherweise erfordere, aber nachdem sie das untere Bullauge neben den Triebwerken aufgesucht hätten, war klar, der Mond wird immer kleiner. Danach habe sie stellvertretend, zwecks Klärung dieses Sachverhaltes den Führerstand des MFi aufgesucht. Dort angekommen hätte sie zuerst ihren vielen Augen nicht getraut. Die gesamte Mannschaft, die Piloten und alle Techniker hätten um den runden Tisch des Cockpits gesessen. Die Hebel für die Flugsteuerung wären mit einem Tampen festgezurrt, also sozusagen auf Autopilot gestellt worden und sie hätte große Mühe gehabt sich überhaupt Gehör zu verschaffen. Nachdem sie von einem Mitglied der Crew endlich bemerkt wurde, fragend angeschaut und höflich nach ihrem Anliegen befragt wurde, hätte sie begriffen, dass die gesamte Mannschaft damit beschäftigt war, Piraten-Skat zu spielen und alle offensichtlich vollkommen vergessen hatten, worum es hier eigentlich ging. Angesichts dessen wäre ihr fast die Mützenschnur geplatzt! Dann habe sie auf das Cockpitfenster gedeutet und sehr laut und unmissverständlich gesagt: Der Mond ist weg!! Ein ungeheuerlicher Vorfall!!

Jetzt erst verstand die Mannschaft.

Der Mond war futsch und sie befanden sich bereits in der Anziehungskraft des Jupiters. Die Landung dort war nicht mehr abwendbar.

Clementine, zur Rede und Antwort aufgefordert, nachdem dieser Funkspruch auf der Mondstation eingegangen war, gestand etwas ratlos und entschuldigend, dass nachdem sie den Störtebeker als Trumpf ausgespielt hätte, sie und alle anderen vollkommen vergessen haben, was um sie herum geschieht. Es täte allen sehr leid, aber auf dem Jupiter wäre es ja auch ganz schön und außerdem gäbe es dort ausreichend genug Jupiter Bier für alle…

Elfi forderte jetzt Bedenkzeit und zog sich noch kopfschüttelnd in den Gastraum des MFis zurück um sich mit ihren Virenkollegen zu beraten.

Dieser Vorgang forderte später weitere Aufmerksamkeit, soweit also der Stand der Dinge und ich denke wir hören später mehr dazu….

***

Zur Raumzeit 80 Mondjahre vor Neptun und 30 Erdstunden vor Sirius wurde folgender Funkspruch von

MFI „alpha двадцать дваaufgezeichnet.

Besatzung: Die Pilotin Valentina sowie zwei Technikerinnen.

Ladung: Diverse Viren aus Usbekistan.

Die Pilotin Valentina meldete sich mit ihrer Dienstnummer und sagte:

„Es täte ihr furchtbar leid, aber sie hätten sich verflogen. Verständigungsschwierigkeiten waren wohl die Ursache. Kurz nach dem Start zum Mond hätten ihre Fluggäste den Wunsch geäußert, bitte doch noch einen zeitlich kurzen Abstecher zur neuen MIR II einzulegen. Einige ihrer Fluggäste hätten Kollegen dort, denen sie noch do svidaniya sagen wollten. Sie hätte die Bitte nicht ausschlagen können und so wären sie schnell zur MIR II geflogen. Dort haben sie gemeinsam gefeiert, den ein und den anderen Wodka getrunken und sich dann wieder auf die Reise begeben. Vermutlich ein Übermittlungsfehler durch die Vielsprachlichkeit auf der MIR II habe sie dann auf den direkten Kurs zum Mars gebracht. Sie hätten aber genug Treibstoff an Bord und so würden sie selbstverständlich nach notwendiger Marsumrundung den Kurs Richtung Mond wieder aufnehmen. Valentina bedauerte den Vorfall, versicherte aber glaubhaft, ihren Gästen ginge es ausgesprochen gut, sie wären bester Stimmung, nur wenige beklagten leichte Kopfschmerzen. Sie würden sich wieder melden, sobald sie den Mars umrundet hätten.

Die MFi Bodenstation wusste nicht so recht wie und ob sie auf diesen Funkspruch reagieren sollten, einigten sich aber dann intern auf ein приятного полета! (angenehmen Flug!)

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Zur Raumzeit 23 Tage vor Mitternacht des 55561987ten Venusjahres

wurde folgender Funkspruch von MFI „Gamma/x-245“ aufgezeichnet.

Besatzung: Die Piloten Rudolf und Johanna, sowie fünfhundert Reinigungs-Kräfte der vierhändigen Putzer-Ameisen.

Ladung: Eine große Gruppe Viren aus dem Reutlinger Raum.

Die Pilotin Johanna meldete sich mit ihrer Dienstnummer und sagte sie würde eine eilige Bestellung als Anhang an den Funkspruch mitsenden!

Johanna berichtete: „Ihr MFi wäre planmäßig gelandet, die Passagiere, eine recht große Gruppe Viren aus dem Reutlinger Raum hätten das MFi verlassen. Erste Vorbereitungen für den unmittelbar bevorstehenden Rückflug wären angelaufen, als ein Sprecher der Viren Namens Schiller, in das MFi zurückgekommen wäre und höchst aufgeregt und unverständlich auf die Besatzung eingeredet hätte. Nachdem Rudolf beruhigend auf Schiller eingewirkt hätte, folgte ein Statement des Virensprechers in schwer zu verstehendem Schwäbisch:

„So etwas hätten sie ja überhaupt noch nie gesehen und das hätte man ihnen vorher auch sicher absichtlich nicht gesagt, wohlwissend um die Reaktion ihrer Kollegen. Überall Staub, Schmutz, Steine und Geröll, wo die vielen Augen auch hinschauten! Außerdem wären die Überreste der ehemaligen Ureinwohner des Mondes, namentlich der Mondameisen in einem erbarmungswürdigen Zustand.

Grundsätzlich würden sie den „Big Deal“ ja befürworten, aber die Bedingungen vor Ort, ihrem zukünftigen Zuhause wären eine unerträgliche Zumutung!

Aufgrund dieser außerordentlichen Belastung würden sie hiermit folgende Hilfsmittel zur ersten oberflächlichen Reinigung ihres neuen Zuhauses bestellen. Außerdem würden sie eine unverzügliche Bearbeitung ihrer Bestellung und der prompten Lieferung dergleichen erwarten!

Bestellung: 2.500.000 Staubsauger; sowie die gleiche Anzahl Kehrbleche und die dazugehörigen Besen, natürlich bester Qualität!

Des weiteren würde in den nächsten Tagen ein schriftlicher Antrag an die „Big Deal“ Verwaltung folgen, der die Erhöhung der Kehrwochentage von bisher geplanten 6 Tagen pro Erdumrundung, auf nunmehr 12 Tage pro Erdumrundung erhöht. Anders wäre dieser unerträgliche Zustand auf dem Mond nicht unter Kontrolle zu bringen.

Außerdem würden sie, als Zeichen des guten Willens der „Big Deal“ Verwaltung, ein Verbleib der Putzer-Ameisen und eine sofortige Aufnahme deren Arbeitstätigkeit erwarten.“

Johanna beendete den Funkspruch mit der Absicht, bei ihrem Start möglichst wenig Staub aufzuwirbeln und Schiller verließ das MFi mit einem Kehrblech und einem Handfeger, das einzige an Bord des MFi, als Geschenk der MFI Besatzung.

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Zur Raumzeit 21*3*20*21*16*2*19*61 – kurz nach Sonnenaufgang, der, die im Süden aufgeht wurde folgender Funkspruch von MFi „Lokal Hero II“ aufgezeichnet.

Besatzung: Die Piloten Marina, Ben und Felix sowie eine Vielzahl Artige-Ameisen und ein bunter Haufen freundliche Viren.

Ladung: Genug Proviant für alle und eine große Menge MFi-Treibstoff, sowie eine stattliche Zahl leere Fässer und ein gut gefülltes kleines Fass Mondbier.

Vorab: Das MFi „Lokal Hero II“ hatte nach dem 132,7tem Flug zum Mond eine Auszeit beantragt. Dieser Antrag wurde genehmigt, und so beschlossen alle im MFi befindlichen Ameisen und Viren einen Ausflug zum Jupiter zu unternehmen. Sie alle hatten von der unglaublich schönen Landschaft dort und dem vorzüglich schmeckendem Jupiterbier gehört und so hatten sie sich gemeinsam für einen Besuch des Planeten entschieden, zumal sie alle noch nie dort gewesen waren und das Erleben von Aurora borealis dort atemberaubend sein soll.

Die Piloten meldeten sich mit ihren jeweiligen Dienstnummern und berichteten folgendes:

Sie wären nun schon viele Tage unterwegs, hätten gerade den Vollmond gemeinsam gebührend einige Tage lang gefeiert, ihre jetzige Perspektive begünstige dies ja bekanntermaßen, als sie einen erst schwachen, dann leicht stärker werdenden Funkspruch mitangehört hätten. Der Funkspruch hätte sie dann einige Zeit später zwar deutlicher aber inhaltlich vollkommen unverständlich erreicht.

Erst auf dem Ameisenradar, dann auch mit bloßen Augen sichtbar hätten zwei MFIs aus Richtung Uranus kommend ihren Kurs gekreuzt. Der Funkspruch immer noch unverständlich hätten sie jetzt die MFis noch einige Mondmeilen voraus. Die mitreisenden Viren wären dann auf die Idee gekommen, mittels einer uralten in einem Regal der Raketenspitze befindlichen antiquierten Enigma den Funkspruch zu dechiffrieren. Zu allgemeiner Verblüffung wäre ihnen das auch gelungen, aber das Ergebnis wäre, wenn auch im Klartext, eigentlich genau so wenig verständlich für alle, wie der Funkspruch zuvor. Der Funkspruch wurde mit drei Erdsekunden wiederholt, dann folgt eine Pause von zehn Erdminuten um dann exakt so getaktet endlos wiederholt zu werden.

Der genaue dechiffrierte Wortlaut war:

„Macht den Fisch klar!“ (drei Erdsekunden Pause) „Macht den Fisch klar!“ (zehn Erdminuten Pause „Macht den Fisch klar!“ (drei Erdsekunden Pause) „Macht den Fisch klar!“ (zehn Erdminuten Pause) „Macht den Fisch klar!“ …….u.s.w.

Danach Allgemeines Schulterzucken und ein an die Stirn tippen allerseits im ganzen MFi!

Einige Zeit später kamen sich die MFis auf Sichtweite nahe, alle Versuche mittels Funk Kontakt aufzunehmen scheiteten. Das sonderbare Gespann der entgegenkommenden bestand aus einem alten, längst aus der „Big Deal“ Flotte ausgemustertem MFi. In dessen Schlepptau befand sich ein noch viel älteres MFi, U-Boot ähnlich und in einem deutlich angeschlagenen Zustand. Alle Außenanbauten stark rostig, einige Teile für die Steuerung grob angeflickt, Teile der Sonnensegel offensichtlich verlorengegangen, die Antennen verbogen, die Spitze des ehemaligen frühzeitlichen MFI voller Beulen und großer Kratzer. Beide MFis in einem bedauernswerten Zustand, wenn auch noch so gerade eben Raumtauglich. Das erste MFi trug die Kennung „Sprotte-27900-KI“ und das andere die Kennung „Hecht-1A-KI“. In einem alten Verzeichnis, aller vor dem großen Sturm gebauten MFIs, wurde der Bau und Stapellauf in der Werft „Rum & Rost“ bei Kiel angegeben.

Mittlerweile waren sich die „drei“ MFis auf Teleskop-Sichtweite nähergekommen, alle Augen aus „Lokal Hero II“ schauten gebannt zu diesem seltsamen Gespann, in der Hoffnung eine Erklärung für diese seltsame Begegnung zu erhalten. Hinter den Bullaugen waren jetzt freundlich und offensichtlich fröhlich winkende Gestalten zu erkennen. Scheinbar waren es Besatzungsmitglieder, denn sie trugen Kleidungsstücke die entfernt an Uniformen erinnerten. Außer fröhlich und freundlichem Winken war dennoch keine ernstzunehmende Kommunikation möglich, bis sich einige sehr alter Viren an ein uraltes Kommunikationsverfahren erinnerten, welches sie als Flaggenalphabet bezeichneten. Mit Hilfe sehr vieler Viren und einigen Kopfkissenbezügen wurde nun das Flaggenalphabet wiederbelebt. Mit großem Eifer und einigen Handhabungsschwierigkeiten wurde jetzt munter von Bullauge zu Bullauge kommuniziert, denn zum Glück waren die Besatzungsmitglieder auf „Sprotte-27900-KI“ und „Hecht-1A-KI“ alt genug um sich an das alte Verfahren zu erinnern, womit sich dann glücklicherweise das seltsame Verhalten und das Schicksal dieses eigenartigen Gespanns klären lies.

Die beiden MFis kamen wie bereits erwähnt ursprünglich aus Kiel, hatten über viele Jahre einen zuverlässigen Dienst, auch zuletzt in der „Big Deal“ Flotte geleistet und waren dann verdient aber wegen technischer Überalterungen in den Ruhestand entlassen worden. Die jeweiligen Besatzungen haben dann all ihr Ersparnisse zusammengelegt, der Flotte die MFis abgekauft und beschlossen einen endgültigen Heimathafen in einer der benachbarten Galaxien anzusteuern. Nachdem sie also so einige Jahre durch einige Galaxien gedümpelt waren, hatte sie, Besatzungen und mitgereiste Viren das Heimweh heimgesucht und gemeinsam beschlossen die nächste gegenüberliegende Galaxie aufzusuchen. So war der Plan entstanden noch einmal den Kieler Hafen anzusteuern, dort ein großes gemeinsames Fischessen zu veranstalten um sich dann auf die letzte große Reise in die „Galaxie der 100.000 Meere“ zu begeben. Damit die Kieler sich dann auch auf das Ankommen von „Sprotte-27900-KI“ und „Hecht-1A-KI“ vorbereiten können, sollte sie der Funkspruch vorbereiten, wie gewünscht die große Tafel herzurichten.

Danach war wieder einmal ein elektronisches Teil in einem Funkgerät ausgefallen, was dann zu einer Endlosschleife des Funkspruchs führte, aber es war wie es war und so waren sie auf dem direkten Weg nach Kiel.

Mittels Transformations-Riemen wurde dann ein Blechkanister Mondbier zu „Sprotte-27900-KI“ und „Hecht-1A-KI“ befördert, noch eine Weile wurde heftig mit den Flaggen alphabetisiert und „Lokal Hero II“ verschwand wie geplant Richtung Jupiter, „Sprotte-27900-KI“ und „Hecht-1A-KI“ Richtung Kiel und das mit sich ständig wiederholemden Funkspruch:

„Macht den Fisch klar! (drei Erdsekunden Pause) Macht den Fisch klar!“ (zehn Erdminuten Pause) „Macht den Fisch klar! (drei Erdsekunden Pause) Macht den Fisch klar!“ (zehn Erdminuten Pause) „Macht den Fisch klar! …….u.s.w., u.s.w….

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Zur Raumzeit Viertel nach zwölf am Tag des sechsten Halbmondes auf Pluto wurde folgender Gemeinsamer Funkspruch von MFi „Nikolai Alexejewitsch Piljugin- px-5und MFi Wladimir Barmin-8“ aufgezeichnet.

MFis, Piloten und Besatzungen aus Baikonur, sowie einige „Kosmo-Viren“, ebenfalls aus Baiknur.

Der Automatische Funkspruch der beiden MF´s:

Mayday! – Mayday!

Ergänzt durch den Piloten Viktor von MFi „Nikolai Alexejewitsch Piljugin px-5“:

„Wir sind bei einem Kometen-Ausweich-Manöver kollidiert, die Steuerungseinheit bei „Nikolai Alexejewitsch Piljugin px-5“ ist verbogen und bei MFI Wladimir Barmin-8“ ist die Raketenantrieb links aus der Halterung gebrochen, aber noch halbwegs fest am Stahlkörper. Beide MFI´s sind manövrierunfähig, wären bei diesem Tempo in gut 10 Jahren am Rand der Michstraße, was sollen wir machen?

Antwort der MFI-Mond-Station:

Gelbe Warnwesten anziehen, Rundum Warn-Blink-Lampen aufhängen und Geduld haben, ein MFI-Reparaturdienst ist bereits unterwegs!

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Zur Raumzeit 4 Tage nach Neujahr des dritten Marsjubiläum der Marsbegrünung

wurde folgender Funkspruch von MFi „Pik-Dame“ aufgezeichnet.

Besatzung: Die Piloten Eugen, Jasmin und Emma und der 1. Offizier Ernst.

Ladung: Lampenstative für die dunkle Seite des Mondes.

Jasmin meldete sich mit ihrer Dienstnummer und sagte:

„Bei uns an Bord gibt es Streit. Beim Kartenspiel wurde der 1. Offizier Ernst beim Mogeln erwischt. Nach den gültigen Statuten des „Big Deals“ müsse er nun zwei Jahre Staubsaugerdienst auf dem Mond machen.

Wir erbitten Bestätigung der Dienstanweisung und bestellen umgehend ein MFi-Schnell-Taxi zum Mond für den 1. Offizier.

Die Mond-Bodenstation antworte:

„Dienstanweisung hiermit bestätigt, das MFIi-Schnell-Taxi ist gerade gestartet und Ernst solle genug Staubmasken, sowie warme Kleidung einpacken.“

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Zur Raumzeit: Die 24zigste Mondstunde am 31.12.5685213572 nach „Juliane der Saubersten“,

wurde folgender Funkspruch von MFi „Immer-Blitzblank-258“ aufgezeichnet.

Besatzung: Die Piloten Claro, Antimo und Persilowitsch.

Ladung: Desinfektionsmittel für Mond und Mars und außerdem:

Nowaterplease-Viren aus Redwood bei Kalifornien in 10 Säcken (alte staubige Kartoffelsäcke, die Lieblingsunterkünfte dieser Viren)

Der Funkspruch abgesetzt von Claro (Nachname: Immerfrisch):

„Hallo-Hallo! Bodenstation auf der Erde!!?

Bei uns sind alle Waschbecken verstopft, es ist ganz fürchterlich!

Die Gruppe transportierte Viren wären ohne hin schon ausgesprochene Schmutzfinken, nun aber feiern sie lautstark „Das Ende des Waschdiktats der Flugleitung für mitreisende Viren“. Und um es ganz klar und ungeschminkt zu sagen, die Viren stinken! und das zunehmend!

Außerdem vermuten wir Sabotage an den sanitären Anlagen, die Duschen funktionieren ebenfalls kaum noch. Wir benötigen schnellstens einen Sanitär-Reinigungstrupp für die Instandsetzung und gründlichste Reinigung dieser Anlagen. Hygiene hat schließlich Priorität vor allen anderen Belangen der zivilisierten Raumfahrt!

Wir erwarten eine umgehende Bearbeitung unseres Anliegens!

Die Bodenstation, insbesondere die Abteilung Funksprüche, zog sich nach Erhalt des Funkspruchs zur Beratung zurück….

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Zur Raumzeit 49 Tage nach Mitternacht des 55561987ten Venusjahres

wurde folgender Funkspruch von MFi „Gamma/x-245“ aufgezeichnet.

Besatzung: Die Piloten Rudolf und Johanna, sowie fünfhundertfünfzig Reinigungs-Kräfte der vierhändigen Putzer-Ameisen.

Ladung: Ganze Container voller Staubsaugerbeutel

Der MFi-Pilot Rudolf meldete sich mit seiner Dienstnummer:

„Wir haben gerade etwas Ärger mit einer Abordnung der schwäbischen Virenkolonie. Nachdem wir die Staubsaugerbeutel-Container und die Putzer-Ameisen entladen haben, ist uns der Start misslungen, wir haben es vermasselt. Mit der Wiederholung des Starts haben wir in der Tat mächtig viel Staub aufgewirbelt.

Die Virenabordnung fordert für diesen Sektor nun eine 50%ige Erhöhung der täglichen Saugleistung der Putzer-Ameisen und das auch sonntags.

Mit der Bitte um Weiterleitung des Funkspruchs an die Abteilung „Friedliches und gelungenes Miteinander überall im All“

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Zur Raumzeit   3 Jahre und 5 Tage nach Stillstand der ersten Monduhr.

wurde folgender Funkspruch von der Mondstation „Flink-Reut“ an die Erd-Bodenstation weitergeleitet.

Antrag einer Virenkolonie, bereits auf dem Mond lebend!

Wir beantragen die Genehmigung zum Umzug auf die dunkle Seite des Mondes! und in dem Zusammenhang die Frage, wieweit die Installation der Straßenbeleuchtung auf der anderen Seite bereits fortgeschritten ist.

Erwarten umgehend die Bearbeitung des Antrags und entsprechende Auskünfte!

Die Antwort der Erd-Bodenstation:

Was die Straßenbeleuchtungsinstallation betrifft, tappen wir noch im Dunkeln, aber dem Umzug steht bei Licht betrachtet sicher nichts im Weg, sofern die Straßenräumdienste die Straßen der noch nicht mit Laternen ausgestatteten Straßen von Hindernissen frei geräumt haben.

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Zur Raumzeit   3 Jahre und 5 Tage und eine Stunde nach Stillstand der ersten Monduhr.  

wurde folgender Funkspruch von der Erd-Bodenstation an die Mondstation „Flink-Reud“ weitergeleitet.

Ein Ortsverband, des weltweit agierenden Verbandes „Freunde des Lichts“ in Dunkeldeutschland nahe Halle, meldete sich wie üblich mit „Ohne Licht geht Nichts!“ zu Wort.

„Sie hätten gerade den Funkspruch bezüglich des Antrags auf Umzug auf die dunkle Seite des Mondes mitgeschnitten, und würden wenn es die Situation erfordere, die Elektrifizierung, bzw. die Lampeninstallation der Straßen mit finanziellen Mitteln gern Unterstützen! Denn wie ja alle wüssten gelte überall und immer:

„Ohne Licht geht Nichts!“