Nur zum Spaß, ohne jeden Anspruch, mit großem Augenzwinkern, keine Bezüge zu real existierenden Menschen, Viren oder Ameisen, aber nichts ist gelogen, es kann alles sein, oder auch nicht….

„The Big Deal“

Nachdem sich in den letzten Monaten doch beinahe Unglaubliches ereignet hat, haben wir uns, eine kleine Gruppe Bewohner eines ebenfalls kleinen Fleckchens Erde nahe dem kleinen Dorf Garbek in Schleswig Holstein entschlossen zu handeln. Die Virusproblematik hat uns zu fest im Griff als das wir einfach nur Zeit abwarten können.

Nach langem Überlegen, Diskutieren, Verwerfen, Diskutieren, Überlegen, Neuem Denken, Diskutieren, Verwerfen, Anders Denken sind wir nun zu dem Ergebnis gekommen, das sich unsere gemeinsamen Wege trennen müssen. Wir Menschen gehen unsere Wege, eigene Wege, die Viren gehen ihre Wege, freie und selbstbestimmte Wege ohne gegenseitige Bedrohung und Verfolgung. Wohlwissend, dass wir über all die Zeit der Evolution durchaus von diesem meist symbiotischen Verhältnis profitiert haben, sehen wir uns nun doch veranlasst, entsprechende Schritte zu beginnen. Evolution hin, Evolution her, es wird Zeit zu handeln.

Wir wissen, dass Viren nicht per se Böse sind. Des Weiteren müssen wir den Viren besondere Rechte zubilligen. Schon einfach deshalb weil sie erstens viel länger als wir Menschen auf dem Planet Erde leben und sie zweitens, was noch bedeutsamer ist, sofern die Wissenschaft nicht irrt, unser Leben erst ermöglicht haben. Wir sollten ihnen also sehr dankbar sein, auch wenn es uns im Augenblick wirklich besonders schwer fällt.

Aber! Wir brauchen die Trennung, nicht nur für ein paar Tage oder ein paar Wochen, nein – am besten für immer.

Soweit die grobe und vereinfachte Standortbestimmung.

Nun aber stand natürlich sofort die Frage im Raum: Wie zum Henker soll das gehen? Wie sollen wir den Viren unsere Überlegung, unseren Entschluss mitteilen? Wie können wir mit ihnen kommunizieren? Und selbst wenn Kommunikation möglich wäre, was würden die Viren dazu sagen? Es ergab sich furchtbar viel Raum für unangenehme Spekulationen, aber wir wollten den Teufel nicht an die Wand malen, haben wir es ja schließlich nicht mit ihm zu tun.

Ergebnis der nächsten langen Überlegung war:
Wir brauchen also so etwas wie einen „Übersetzer“!

Irgendjemand oder irgendetwas was eine Verbindung zwischen uns und den Viren herstellt. Er, Sie oder Es sollte uns und den Viren möglichst wohlgesonnen sein, keine Berührungsängste haben, Verhandlungsgeschick und eine profunde Weitsicht besitzen, im besten Sinne weise sein. Weiterhin sollte der „Übersetzer“ seine Aufgaben dynamisch erweitern, er sollte helfen Strategien zu entwickeln. Strategien die gemeinsam getragen und gemeinsam umgesetzt werden. Keine Angst voreinander, kein Kampf gegeneinander!

Lange fiel uns nichts und Niemand ein und nicht nur, dass wir keine Vorstellung von einem „Übersetzer“ hatten, eine noch viel größere Herausforderung bestand ja darin, die Frage zu klären:

Wie können wir eine räumliche Trennung und wie die jeweiligen Lebensräume gestalten? Fragen über Fragen, die Idee der Trennung geriet ins Stocken, bis uns, wie so oft der Zufall half.

Über etwas undurchsichtige Kanäle hörten wir hier im Dorf die Legende von einem Ameisenclan, der sich schon seit Menschengedenken an diesem Ort aufhalten soll. Diese Ameisen, die sich selbst „Artige Ameisen“ und ihre Anführerin „Ursulina“ nennen, sollen dem Gerücht nach ein ausgesprochen unkompliziertes Verhältnis zu Viren und anderen extrem kleinen Lebewesen haben, warum auch immer. Genaueres konnten wir nicht in Erfahrung bringen, aber die Tatsache dass dies so ist, sollte uns ja auch reichen.

Dann war die Idee da!

Wir wollten Kontakt zu den Ameisen aufnehmen, schauen ob es „Ursulina“ wirklich gibt. Was wir mittlerweile in Erfahrung gebracht hatten, war die Art der Kommunikation unter den Ameisen. Egal welcher Familie die Ameisen angehören, sie verständigen sich mit und über Schwingungen. Sie können mit Hilfe ihrer Füße und Fühler Rhythmen/Schwingungen erzeugen, die ähnlich wie ein Morsealphabet, nur um ein vielfaches ausgereifter und beinahe außerhalb unserer Wahrnehmungsfähigkeit liegen.

Die nächste Idee war da! Wir riefen „Kiste“ zur Hilfe. Ein Schlagzeuglehrer aus dem benachbarten Dorf. Wir weihten ihn in die Idee der Kommunikation mit Ameisen ein. „Kiste“, erst eher skeptisch, legte sich mächtig ins Zeug und wir uns alle auf den Boden. Ein Ohr auf den Boden gepresst hofften wir auf eine Antwort, hörten aber nichts. Es war enttäuschend und frustrierend, alle Hoffnungen schwanden dahin. „Kiste“ aber gab nicht auf, seine Kunst wie im Rausch entfaltend, kommunizierte er mit den Ameisen. Tagelang wurde getrommelt, kein Rhythmus der nicht probiert wurde. Es war wunderbar.

Dann, ganz plötzlich und ohne Ankündigung standen sie da. Das ganze Dorf war voller Ameisen. Alle Familien, eine ungeheure Anzahl unterschiedlichster Ameisen, alle waren gekommen. Die Luft, der Boden vibrierte, Schwingungen überall Schwingungen. Und mittendrin auf einem kleinen Schild, getragen von einigen Lastenträger-Ameisen stand „Ursulina“. Wir konnten es kaum fassen. Sie lebt und ihr ganzes Volk ist glücklich und trommelt wie verrückt mit allen Füßen und Fühlern. Kiste musste wieder her, und sofort begann ein unglaubliches Konzert. Es dauerte Tage und Nächte, Schwingungen und Rhythmen überall.

Bevor wir uns und die Ameisen sich nun im Rausch der Schwingungen für immer vergessen, wollten wir jetzt ihnen und im Besonderen „Ursulina“ als Ansprechpartnerin unseren Vorschlag unterbreiten. Die Zeit drängte ein wenig.

Es folgte der Appell an die Ameisen!

Ameisen, wir brauchen eure Hilfe! Ihr müsst die Rolle und die Aufgabe des „Übersetzers“ übernehmen. Wir wissen, dass ihr das könnt, ihr habt ein gutes Verhältnis zu den Viren. Im Gegenzug verpflichten wir uns zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die eure Lebensräume schützen werden, eure natürliche Nahrungsmittelversorgung achten und sie wieder herstellen werden. Wir verzichten auf den Einsatz von „Unkraut“-Vernichtungsmittel aller Art und werden euch niemals mehr mit Vernichtungsmitteln bedrohen. Dieses Angebot wird als gegenseitige Unterstützung ständig erweitert und ergänzt. Lüge und Betrug wird niemals mehr zugelassen, wir werden die Garantie dessen mit den Viren in einer besonderen Vereinbarung für immer und ewig abschließen. Ganz praktisch wäre eine Unterstützung auf Ameisenseite erstens in der Kommunikation zwischen den drei Gruppen und zweitens in der Modernisierung und Reaktivierung der Mondfluginstrumente zur Beförderung der Viren, ohne sie dabei in Gefahr zu bringen. Die genauen Abläufe und die noch zu klärenden Details werden auf Grund des Zeitdrucks zu einem späteren Zeitpunkt vertraglich fixiert.

Man muss wissen, dass die Ameisen schon sehr lange vor unserem Menschengedenken auf dem Mond waren. Sie hatten einen ständigen Pendelverkehr zum Mond eingerichtet, um die dort lebenden Schwestern und Brüder zu besuchen, die dort, niemand weiß warum, ein Zuhause gefunden haben. Dieser Flugverkehr erfolgte mit den eigens dafür hergestellten Mondfluginstrumenten. Irgendwann haben die Ameisen den Mond als Wohnort aufgegeben. Es war ihnen, so sagt die Geschichte der Ameisen, wohl zu karg dort oben, obwohl sie die Aussicht auf die Erde durchaus genossen haben.)

Dann erfolgte (übersetzt von den „Artigen Ameisen“) der Appell an die Viren!

Aus gegebenem Anlass, dem unsererseits nicht klar kommen mit einigen eurer speziellen Virenarten würden wir unseren gemeinsamen Weg in der Geschichte der Evolution gern in der nächsten Zeit beenden wollen, natürlich nur mit eurem Einverständnis. Alle sollen irgendwie davon profitieren, niemand wird gezwungen, alles wird gemeinsam verhandelt und beschlossen. Wir Menschen möchten euch Viren vorschlagen, den Mond zu besiedeln und entsprechend so zu kultivieren, dass ihr euch einen idealen Lebensraum schafft und das absolut ungestört von menschlichen Aktivitäten. Wir garantieren! Niemals wieder einen Fuß auf den Mond zu setzen. Wir stellen euch alle erdenklichen Hilfsmittel für euer zukünftiges Zuhause zur Verfügung.

Soweit unsere Idee. Die Idee eines „Big Deals“ zwischen den „Artigen Ameisen“, den Viren und uns Menschen.

Die Ameisen und die Viren zogen sich zur Beratung zurück, lange hörten wir nichts, verloren wieder einmal alle Hoffnungen. Dann aber war es soweit, eine jeweilige Abordnung der Ameisen und Viren teilte ihren Entschluss mit, der Idee zu folgen! Es gäbe noch allerhand Organisatorisches, Rechtliches und nicht zuletzt Technisches zu klären, aber sehr bald wären die Mondfluginstrumente bereit und die Viren würden sich auf ihre neue Welt freuen, ein Leben ohne die Nervensägen „Menschen“ für immer und ewig, eine sehr angenehme Aussicht!

Zu der speziellen Vereinbarung zwischen Viren und Menschen bezüglich Verlässlichkeit von Absprachen und deren Sanktionen bei nicht Einhaltung nur so viel. Es gibt keine Alternative zur Einhaltung, die Sanktion wäre unvorstellbar in ihrer Auswirkung. (Sollte es jemandem diesbezüglich an Fantasie mangeln, möge er sich den Film „Perfect Sense“ aus dem Jahr 2011 ansehen.)

Nach einiger Zeit der Vorbereitung, des Verhandelns und einer im Großen und Ganzen akzeptierten Übereinkunft in Bezug auf die Gestaltung zukünftiger Lebensräume haben die ersten Starts eines der reaktivierten Mondfluginstrumente begonnen.

Wir sehen einen dieser Starts, einen der Mondflüge mit dem Mondfluginstrument, die Viren an Bord, Ameisen als Piloten und alle sind guter Dinge…